7
Apr
2014

Das ist China

Ausschlafen. Nach dem ganzen früh aufstehen trotz Ferien durfte ich heute endlich mal ausschlafen. Durch den Autolärm vor meinem Fenster war ich leider schon um 7 wach. Aber irgendwie schaffte ich es doch noch bis 9 immer wieder einzuschlafen und wieder aufzuwachen. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder mal in die Mall. Ich glaube wenn sie davon in China keine hätten würden die armen Chinesen echt mit uns verzweifeln. Zuerst trafen wir uns dort mit einigen beim Mc Donalts, wo sie frühstückten. Ich wünsche mir schon seit einer halben Ewigkeit, hier in China mal zu einem Mc Donalts zu gehen. Das chinesische Essen schmeckt doch so langsam immer gleich und da wäre das mal eine willkommene Abwechselung gewesen. Aber ich hatte ja schon gefrühstückt und deswegen keinen Hunger. Also sozusagen das selbe Problem wie gestern Abend auch :D

Nach dem essen gingen wir nach ganz oben, wo das Kino ist. Dort trafen wir auf noch mehr Austauschpärchen und kauften mit ihnen die Karten für Captain America in 3D. Dann wurde uns eröffnet, dass der Film erst in einer Stunde anfängt und wir in der Zwischenzeit noch eine Runde shoppen gehen könnten. Da wir inzwischen gefühlt alle Malls in Nanchan auswendig kennen, beschlossen wir, in den Fahrstuhl zu gehen und alle Knöpfe zu drücken. So fuhren wir von Stockwerk zu Stockwerk und stiegen aus wenn wir beim aufgehen der Tür etwas interessantes sahen.
So erwachsen sind wir :D

Nachdem wir die Stunde mit endlosem Fahrstuhl fahren todgeschlagen hatten, konnten wir endlich in den Film gehen. Es fasziniert mich doch immer wieder, was für ein Kinoverhalten die Chinesen haben. Sie lassen ihre Telefone an und lassen sie lange klingeln, sie unterhalten sich so, dass man jedes Wort am anderen Ende des Raumes versteht, soweit man Chinesisch versteht und sie erleuchten den ganzen Kinosaal mit dem Licht ihrer Handys von ihrem Schoß aus. Es ist irgendwann schon etwas nervig, vor allem in den stilleren Szenen, aber ich denke der Film war so laut (ganz besonders weil die Chinesen immer wenn Lautsprecher zum Einsatz kommen, diese so laut aufdrehen, wie nur irgend möglich) und voller Handlung so dass es recht gut zu überstehen war.

Nach dem Film war selbstverständlich Essenszeit. In dem Restaurant in das wir gingen bestellten unsere Chinesen interessantes und exotisches Essen, was wir in der Mitte des Tisches auf einer Platte unter der eine Kohlehalterung war - also in den Tisch eingebaut- brieten. Ein leckeres Barbecue. Leider etwas zu exotisch für mich, deshalb bediente ich mich wie einige wenige andere ausschließlich mit dem Salat. Sehr nett war es demnach, als eine Chinesin uns mit einem süffisanten Lächeln darauf hinwies, dass der Salat nicht "clean" sei, und uns dann viel Spaß auf der Toilette wünschte. Seitdem finden interessante Gespräche in unserer WhazApp Gruppe statt.

Nach dem Essen teilte sich unsere Gruppe, da einige noch etwas zu tun hatten und andere etwas anderes vor hatten. Doch der Kern der Gruppe blieb zusammen. Wir beschlossen, dass wir einige Souvenirs für uns und unsere Freunde aus Deutschland kaufen wollten, deren Preise nicht unbedingt ins unermessliche steigen sollten. Nachdem wir das mit viel Hände herum wedeln und möglichst einfacher Wortwahl unseren Chinesen klar gemacht hatten, führten sie uns auf einen richtigen typischen Markt. So habe ich mir China vorgestellt. Das ist China! Überall Menschenmassen die sich aneinander vorbei quetschten und dazwischen Autos und kleine Mofas die sich durch das Gedränge schlängelten. große Wühltische mit den best gefälschtesten Markensachen für einen Spottpreis! Da ich ja etwas typisch chinesisches Kaufen wollte, holte ich mir ein T- Shirt mit einem Affengesicht drauf, das eigentlich zu einer bestimmten Marke gehört. Vermutlich hätte es eigentlich 50€ gekostet aber hier auf dem Markt habe ich es für 15 Yuan ersteigert. Das sind in etwa 2€. Made in China. Es gab noch so viele andere schöne Sachen die ich mir gekauft habe, aber viel habe ich für keines davon ausgegeben. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Menschen die an diesem Markt verkauften nicht grade gewissenhafte Steuerzahler waren, aber bei der Regierung hab ich recht wenig Mitleid mit dieser.

Als wir den Markt verlassen hatten liefen wir wieder durch die Mall und holten uns Softeis. Unsere Gruppe wurde immer kleiner. Wir setzten uns noch einmal zum MC Donalts und ich versuchte drei Cheeseburger für mich und meine Freunde zu kaufen. Ist jedoch nicht ganz einfach wenn der Verkäufer kaum ein Wort Englisch spricht. Nach einiger Zeit des Diskutierens durch Gestik und gebrochenem Englisch hatte ich es endlich geschafft die blöden Buger zu kaufen, die dann noch nicht mal wirklich gut schmeckten.

Endlich mit dem Essen fertig gingen wir in den Park. Es Dämmerte schön und überall waren Flötenspieler und Menschen, die zusammen einen After- Work Tanz machten. Wie man das sonst beschreiben könnte, weiß ich leider auch nicht. Aber es war wirklich sehr schön. Mit dem ruhigen See wie er so da lag und dem ganzen Grün um uns herum.... währen da nicht die nervtötenden Autogeräusche im Hintergrund gewesen, hätte man denken können, man sei im Paradies. Als wir zwei Stunden lang auf einen der Chinesen gewartet hatten, der sich von der Gruppe mit seiner Freundin abgesetzt hatte und seinen Deutschen bei uns gelassen hatte, kam er wieder und gab uns, nachdem wir ihn ziemlich oft als Depp beschimpft hatten, kleine Pudding- Küchlein, die er uns als Entschuldigung von dem Becker mitgebracht hatte. Wir sagten ihm, dass wir ihn nun doch lieb hatten und alle waren glücklich.

Als meine Gasteltern Louxi und mich dann von dem Park abholten, fuhren wir noch zu einem anderen Becker und kauften Brot für Morgen und einen Himmbeer- Milch- Tee. Schmeckt genauso wie es sich anhört. Sehr interessant. Aber ob ich es lecker fand oder nicht habe ich für mich noch nicht entscheiden können :D

Die Zeit hier in China ist wirklich schön und wir fühlen uns alle bestens Versorgt, doch irgendwie ist es doch recht zehrend und deshalb freuen wir uns allesamt schon wieder darauf, endlich wieder in unseren deutschen Betten schlafen zu gehen und von Vogel zwitschern anstatt Hupen geweckt zu werden. Mit Brötchen als Frühstück und nicht mit Fleisch und Gemüse. Morgen ist unser letzter ganzer Tag hier. Der muss nochmal ausführlich genossen werden. Also gute Nacht und bis Morgen!

Die Wüste

Auf den heutigen Tag hatte ich mich schon gefreut. Louxi hatte angekündigt, wir würden something exciting machen, was bisher immer irgendwelche Freizeitparks waren. Als ich also heute Morgen ins Wohnzimmer kam, saßen dort noch ihr Onkel und kleiner Cousin, der nun ca. 6 jahre alt ist und warteten. Luoxi erklärte mir, dass ihr Vater für mehrere Tage auf Geschäftsreise wäre und die Mutter nicht Auto fahren könne, weshalb der Onkel uns helfen würde, an besagten Platz zu kommen. Nachdem wir also anderthalb Stunden im Auto saßen kamen wir endlich an. Dieser Ort an dem wir uns befanden sah irgendwie reichlich wenig nach Vergnügungspark aus, aber meine Hoffnung starb nicht, dass sich vllt doch einer hinter der nächsten Ecke befände. Nun... eine riesige Sandlandschaft erstreckte sich vor uns. Louxi erklärte mir voller Stolz, dass das die Wüste von Nanchang sei. Demzufolge wuchs meine Interesse, was man denn in einer Wüste so interessantes machen könnte, denn Wüsten an sich sind ja generell doch ziemlich langweilig. Wir kämpften uns durch die Kälte und durch den Regen, die wir beide nicht erwartet hatten und dementsprechend gekleidet waren. Nachdem wir eine Viertelstunde durch den Sand gestalkst waren, fiel Louxi auf, dass the exciting thing geschlossen hatte, weil das bei dem Regen zu gefährlich sei. Später fand ich heraus dass es sich dabei um Sand Ski Fahren handelte. Ich glaube das hätte ich echt gerne gemacht. Also stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zurück nach Nanchang.

Endlich dort angekommen war bereits Essenszeit. Zu sechst, Die Gastmutter, der Onkel, die Tante (die noch während der Hinfahrt zugestiegen war), der Cousin, Louxi und ich, setzten wir uns in einem Restaurant an einen sehr großen Tisch, der eigentlich für eine deutlich größere Gesellschaft gemacht war. Es gab Entenfüße, Muschelpudding, Reis mit Fleisch, noch mehr anderes Fleisch und natürlich noch delikate Gänseköpfe. Die befanden sich dann immer auf der anderen Seite des Tisches, damit ich sie nicht ansehen musste.

Nachdem ich mein Essen das an diesem Mittag nur aus Reis bestand beendet hatte, ging ich mit meiner Austauschschülerin in die Stadt. Dort trafen wir S. mit ihrer Chinesin. Beide glücklich, eine Deutsche wieder an seiner Seite zu haben dackelten wir unseren Chinesinnen hinterher die planlos durch die Gegend streiften. Und wohin? Nun, wir landeten in einer Spielbar. Dort schossen wir auf Zombies, spielten Basketball, fuhren Autorennspiele und fuhren Motorrad. Der Spaß war allerdings vorbei, als ein seltsamer Chinese uns attraktive Europäerinnen sah und uns von da an die ganze Zeit hinterher lief und auf Chinesisch vollquasselte. Wie schwer ist es denn zu verstehen, wenn ich ihm auf Deutsch, Englisch Französisch und sogar Chinesisch erkläre dass ich verdammt nochmal kein Chinesisch verstehe????

Um von dem seltsamen Chinesen weg zu kommen verließen wir also die Spielhalle und gingen wieder nach draußen in den Regen. Nach einigen Beratungen beschlossen unsere Chinesinnen, dass jetzt mal wieder Zeit wäre, etwas zu essen. Es gab ein großes Regal mit verschiedenen essbaren Sachen darin, die jedoch noch gekocht werden mussten. Man nahm sich einen Korb, legte rein, was man essen wollte und das wurde dann gekocht und zu einer Suppe verarbeitet. Sehr lecker war es nicht, aber unser trinken war kostenlos, weil der Verkäufer so erfreut darüber war, dass Europäer in seinem kleinen Restaurant waren. Sowieso sind wir hier total beliebt. Ich habe hier bisher nur einen Kanadier und zwei Südamerikaner gesehen. Das waren die einzigen Ausländer. Der Rest hatte schlitzige Augen :D Umso weniger Überraschender war es, dass eine Reportage über unseren Austausch im Fernsehen lief. Und das sogar für das gesamte "Bundesland" soweit man das in China so nennen kann. Wobei Nanchang in dem am engsten besiedeltsten davon gehört. Kurze Ausschnitte aus unserer Pantomieaufführung bei der Willkommens Veranstaltung und bei Führungen durch die Schule. Interessant ist, dass ich in dem Fernsehausschnitt zwar ungefähr 8 mal zu sehen bin, aber jedes mal Fotos von mir selbst mache. Da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern...

Wie auch immer. Nachdem wir nun wirklich komplett voll gegessen wieder loszogen, trafen wir ein drittes Austauschpärchen und liefen mit ihm für kurze Zeit durch die Mall. Dann erklärten uns unsere Austauschschüler, dass es Zeit für das Abendessen sei und wir jetzt zum Restaurant fahren würden. Da war für mich eigentlich schon klar, dass ich nichts mehr essen wollen würde. So viel wie wir heute schon gegessen hatten war das auch kaum noch Möglich. Nachdem wir wiedermal durch die Kälte gestarkst waren und wieder kein Taxi uns fahren wollte und wir auch wieder an einer falschen Bushaltestelle standen fanden wir endlich die Richtige und nahmen sogar den richtigen Bus. Dieser fuhr uns durch den Regen vor ein prunkvolles Restaurant. Das sah wirklich sehr teuer aus. Würden das die Eltern bezahlen? Oder die Austauschschüler selbst? Wir trafen uns mit fast allen Austauschschülern und kamen in einen eigenen Raum wo ein riesiger Tisch für uns gedeckt war. Es stellte sich heraus, dass die reichen Eltern der Austauschschülerin einer Freundin von mir mal dachten, sie könnten ja das Abendessen bezahlen. Es gab wirklich viel zu essen und ich hatte keinen Hunger! Dabei sah es so lecker aus :( Dennoch stopfte ich noch ein wenig Hühnerfuß und in Soja getränkten Brokkoli in mich rein. Beides sehr lecker.

Nachdem wir zu Ende dinniert hatten, begaben wir uns nach unten und wurden von den Eltern und der Familie der Chinesin (sie heißt Ada) zum K TV gefahren. Also wieder Karaoke, zum dritten mal in der gesamten Chinazeit. Aber es macht auch wirklich sehr viel Spaß! Dieses mal hatten wir einen extra großen Raum und Adas Eltern bezahlten noch große Obstteller mit kunstvoll gestalteten Melonen und weiterem darauf, Chips, Erdbeeren, trinken und noch viel mehr. Das singen war mal wieder wirklich gut. Obwohl meine Laune durch das schlechte Wetter, das ewige warten als Resultat der leichten ungeplantheit unserer Chinesen und das teure Essen was ich nicht essen konnte, weil ich ja schon das eklige Suppenzeug essen musste und noch weitere Faktoren wirklich in den Keller gesunden war, machte das Karaoke singen doch wieder enorm viel Freude. Vor allem wenn eines der zahlreichen Pärchen unter den Chinesen ein Liebesduett sangen und Adas Eltern kritisch hin und her schauten, da Liebesbeziehungen in dem Alter ja angeblich verboten sind in China.

Erst sehr spät fuhren wir nach Hause. Trotz dem weniger guten Anfang nahm der Tag ein doch mehr als gutes Ende.
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